BASF-Tochter Wintershall: Firmentrick, um an Steuer-Milliarden zu kommen


Als Ende Dezember 2023 bekannt wurde, dass Wintershall Dea - ohne die Geschäfte mit Russlandbezug - an den britischen Konzern Harbour Energy verkauft werden soll, musste Wintershall-Dea-CEO Mario Mehren (links) auch verkünden, dass die Hauptverwaltungssitze in Kassel und Hamburg geschlossen werden.

Als Ende Dezember 2023 bekannt wurde, dass Wintershall Dea – ohne die Geschäfte mit Russlandbezug – an den britischen Konzern Harbour Energy verkauft werden soll, musste Wintershall-Dea-CEO Mario Mehren (links) auch verkünden, dass die Hauptverwaltungssitze in Kassel und Hamburg geschlossen werden.
picture alliance / Ritzau Scanpix, Getty Images / Zen Rial; Getty Images / Mariano Sayno

Mit dem Russlandgeschäft seiner Gas-Tochterfirma Wintershall Dea hat der Chemiekonzern BASF jahrelang gutes Geld verdient: Seit 2019, dem Zeitpunkt des Zusammenschlusses von Wintershall mit dem Rivalen DEA, erzielte die BASF-Tochter mit der Förderung von Öl und Gas einen zweistelligen Milliardengewinn.

Ein einträgliches Geschäft, das die BASF, auch mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, lange Zeit nicht aufgeben wollte und dafür hart kritisiert wurde. Während viele andere Energiekonzerne wie Shell oder Total ihre Aktivitäten in Russland beendeten, hielt BASF an den Kooperationen von Wintershall Dea und Gazprom fest. Erst als Ende Dezember 2022 im Zuge neuer russischer Regelungen klar wurde, dass sich in Russland kein Gewinn mehr erzielen lassen würde, zog sich Wintershall Dea Ende im Januar 2023 vollständig aus dem Land zurück. Fast ein Jahr nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Für den Mutterkonzern BASF bedeutete das allein 2022 einen Fehlbetrag von rund 1,4 Milliarden Euro.

Ende Dezember vergangenen Jahres wurde nun bekannt: Wintershall Dea soll an den britischen Ölkonzern Harbour Energy verkauft werden – bis auf die Geschäfte mit Russlandbezug. Die einst überaus profitablen Anteile sollen stattdessen bis Ende 2024 in eine neue Gesellschaft ausgelagert werden. Einen offiziellen Namen trägt diese noch nicht. Doch was steckt dahinter?

Die neue Gesellschaft umfasst Wintershall Dea-Anteile in Libyen und in den Niederlanden

Visited 1 times, 1 visit(s) today