Blockade bei der Arbeit: Was hilft dagegen?


Mentale Blockaden kommen öfter bei Arbeitenden vor, als gedacht. Eine Online-Umfrage ergab, dass knapp 42 Prozent der Befragten einmal pro Woche eine mentale Blockade erleben.

Mentale Blockaden kommen öfter bei Arbeitenden vor, als gedacht. Eine Online-Umfrage ergab, dass knapp 42 Prozent der Befragten einmal pro Woche eine mentale Blockade erleben.
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Im Juni 2023 führte der Online-Workspace Miro eine Online-Umfrage zu mentalen Blockaden durch.

Von den knapp 1850 Teilnehmenden sagten 90 Prozent, dass sie schon einmal unter einer mentalen Blockade gelitten haben — 33 Prozent erleben sie sogar täglich.

Mehr als die Hälfte trauen sich dabei nicht, mit Kollegen über die Blockade zu sprechen und zweifeln an sich.

Wer kennt diesen Moment nicht? Ihr seid auf der Arbeit und plötzlich wisst ihr nicht mehr weiter. Ihr überlegt und überlegt, doch irgendwie kommt ihr nicht voran. Was wie ein typisches Blackout klingt, ist eigentlich eine mentale Blockade.

Mentale Blockaden definiert der Online-Workspace Miro als „das Gefühl festzustecken und nicht in der Lage sein, mit einer Aufgabe oder einem Projekt voranzukommen“. Eine repräsentative Online-Umfrage von Miro zeigt, dass rund 42 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche eine solche mentale Blockade erleben.

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Diese drei Arten der mentalen Blockade kommen besonders häufig vor

Zu einer mentalen Blockade zählen zum Beispiel die Schwäche darin, bestimmte Informationen über ein einzelnes Themengebiet, in kurzer Zeit oder zu einem geforderten Zeitpunkt abzurufen.

Viele schaffen es außerdem nicht, sich auf die wichtigen Informationen zu konzentrieren und nicht in Details abzuschweifen. Eine weitere Schwäche stellt der Moment dar, in dem sie eine neue Aufgabe beginnen wollen, aber plötzlich überfordert sind. Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen.

Diese Ergebnisse fand Miro heraus. Der Online-Workspace befragte im Juni 2023 1846 deutsche Wissensarbeiter in Vollzeit zu ihren Erfahrungen mit mentalen Blockaden. In der Pressemitteilung zur Studie berichtet Miro, dass 90 Prozent der Befragten schon einmal eine solche Blockade erlebt haben. Fast ein Drittel würden täglich darunter leiden.

Eine mentale Blockade tritt häufig bei unverständlichen Aufgaben (62 Prozent) auf und bei solchen, die über die eigenen Qualifikationen hinausgehen, berichten 58 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass wiederholte Blockaden das Stress– und Burnout-Level erhöhen. Das deckt sich mit Miros Annahme, dass Blockaden mit Selbstzweifel einhergehen, was 48 Prozent der Befragten bestätigen.

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Arbeitgeber können etwas gegen mentale Blockaden bei ihren Mitarbeitern tun

39 Prozent der Befragten glauben, dass sie in Momenten mentaler Blockaden faul oder langsam wirken. Sie sind der Meinung, ihre Vorgesetzten könnten auf Grundlage dessen ihre Kompetenzen anzweifeln. Vielleicht auch deswegen würden 56 Prozent der Befragten nicht mit ihren Kollegen über ihre Blockade sprechen. Ganze 62 Prozent würden sich auch nicht an ihren Vorgesetzten wenden.

Die Auswirkungen mentaler Blockaden sind nicht zu unterschätzen und auch Arbeitgeber sollten sie nicht unbeachtet lassen. Denn 48 Prozent der Befragten verbringen mehrere Stunden pro Woche mit dem Überwinden der Blockaden — das wirkt sich am Ende des Tages auch auf die Arbeitsleistung und somit auf das Unternehmen aus.

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Was hilft gegen Blockaden?

Wie kann man sich mentalen Blockaden auf der Arbeit lösungsorientiert entgegenstellen? 54 Prozent der befragten Wissensarbeitenden halten es für sinnvoll, eine „kreative Schaffenspause“ einzulegen. 35 Prozent der Umfrage-Teilnehmer arbeiten einfach weiter, bis die Blockade überwunden ist. Immerhin 32 Prozent sprechen mit Kolleginnen und Kollegen über das Problem und 22 Prozent hilft dabei ein Umgebungswechsel. Die Mehrheit der Befragten, nämlich 60 Prozent, sagt jedoch, dass es ihnen an guten Methoden, um Blockaden zu überwinden.

Hierbei könnten Miro zufolge Arbeitgeber helfen. Allein das Bereitstellen von Ansprechpartnern bei solchen Problemen oder dem Vorleben einer lösungsorientierten Fehlerkultur können Wunder wirken. Sie tragen zu einer transparenten Kommunikation bei, die auch bei mentalen Blockaden helfen kann. Führungskräfte sollten ein lösungsorientiertes Verhalten vorleben — auch als Vorbild gegenüber den Arbeitnehmern —, um so eine ausgeglichene Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

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