„Deutschland verliert Anschluss“: Experte erwartet lange Rezession


„Deutschland droht dauerhaft den Anschluss zu verlieren

„Deutschland droht dauerhaft den Anschluss zu verlieren“: Harald Preiss“ler, Kapitalmarktstratege bei Bantleon.
Bantleon

Die Rezession in Deutschland hält noch bis in den Herbst hinein an, erwartet Harald Preissler, Kapitalmarktstratege bei dem Vermögensverwalter Bantleon.

Auch darüber hinaus sei die Aussicht schlecht. „Deutschland droht, dauerhaft den Anschluss zu verlieren“, sagte Preissler bei seinem Ausblick für 2024.

Die einzige Hoffnung ruhe auf einem steigenden Konsum infolge höherer Realeinkommen der Verbraucher.

Die aktuelle Rezession wird Deutschland noch lange im Griff haben, erwartet Kapitalmarktstratege Harald Preissler vom Vermögensverwalter Bantleon. Im Jahr 2023 war die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 0,3 Prozent geschrumpft. Auch in den letzten Quartalen geht das Bruttoinlandsprodukt eher leicht zurück. „Die Rezession in Deutschland und der Euro-Zone wird über weite Teile des ersten Halbjahrs bis in den Herbst hinein anhalten“, sagte Preissler bei der Vorstellung des Kapitalmarktausblicks von Bantleon.

Auch darüber hinaus ist der Anlageexperte wenig zuversichtlich. „Deutschland droht dauerhaft den Anschluss zu verlieren“, sagte Preissler. Das deutsche Wirtschaftswachstum habe sich um das Jahr 2018 vom weltweiten Wachstumspfad abgekoppelt, sogar von den Nachbarländern Schweiz und Österreich. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft in Deutschland als einziger Volkswirtschaft der großen Industrie- und Schwellenländer geschrumpft. Die Euro-Zone sei das Schlusslicht im internationalen Vergleich, und in der Euro-Zone hinke Deutschland noch hinterher, monierte Preissler.

Als einen wichtigen Grund für die negative Abkopplung Deutschland nannte Preissler die Entscheidung zum Aus des Verbrennermotors, die Deutschlands wichtigste Industrie über Nacht ihres wichtigsten Wettbewerbsvorteils beraubt habe. Weitere negative Faktoren seien die gestiegenen Energiepreise, der Fachkräftemangel und die in der jüngsten Pisa-Studie offenkundig gewordenen Probleme bei der Schul- und Ausbildung.

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Hoffnung setzt Preissler für das neue Jahr allein auf einen anziehenden privaten Konsum in der Folge wieder steigender Realeinkommen. Die Inflation werde zunächst Richtung zwei Prozent fallen, könne aber ab dem Herbst aufgrund höherer Kosten für Arbeit und Rohstoffe auch schon wieder zulegen. Die Löhne und Gehälter würden 2024 im Mittel aber um vier Prozent zulegen. Damit steigt nach Jahren sinkender Realeinkommen die Kaufkraft der Einkommen. „Wenn wir das nicht hätten, hätten wir keine Hoffnung, eine schwere Rezession zu verhindern“, sagte Preissler.

In der Summe rechnet Bantleon damit, dass die deutsche Wirtschaftsleistung auch 2024 mit einem Minus von 0,2 Prozent leicht schrumpft. 2025 sei dann ein kleines Wachstum von 1,1 Prozent möglich. Bantleon ist damit etwas pessimistischer als der Durchschnitt der Prognosen.

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