ELTIFs: 7 Tipps, um in die “Fonds für Reiche” zu investieren


Wie Anleger mit ELTIFs in Wind- und Solarparks investieren können, darüber haben wir mit Nao-Geschäftsführer Robin Binder gesprochen.

Wie Anleger mit ELTIFs in Wind- und Solarparks investieren können, darüber haben wir mit Nao-Geschäftsführer Robin Binder gesprochen.
Getty Images / Johannes Kroemer / NAO

ELTIFs waren bis vor kurzem noch mit hohen Anlagehürden für Investoren verbunden. Beispielsweise mussten Anleger ein Portfoliovermögen von 100.000 Euro aufweisen und ein Mindestinvestment von 10.000 Euro tätigen.

Was ELTIFs genau sind, welche Chancen sie bieten und wie Anleger nun investieren können, darüber haben wir mit dem Geschäftsführer der Investment-Plattform Nao und ehemaligen Manager eines Family Office Robin Binder gesprochen.

Aktienfonds, Anleihefonds und Exchange Traded Funds (ETFs) kennen die meisten Anleger. Anders geht es den vielen dagegen mit ELTIFs. Fonds, die inzwischen einen neuen regulatorischen Anstrich bekommen. Waren Investments in ELTIFs früher eher Vermögenden vorbehalten, können jetzt auch Privatanleger ihr Geld in die Fonds stecken.

Was sich Investoren davon erhoffen: Eine hohe Rendite und mehr Diversifikation – also eine breitere Streuung des Portfolios. Mehr Rendite bedeutet aber auch mehr Risiko. Was ihr dazu wissen solltet und worauf generell zu achten ist, darüber haben wir mit Robin Binder, Geschäftsführer der Investment-Plattform Nao, gesprochen.

ELTIF – was ist das?

Die Abkürzung ELTIF steht für „European Long-Term Investment Funds“. Wie der Name bereits verrät, fließen die Investorengelder in langfristig ausgelegte Projekte in Europa. „ELTIFs gibt es bereits seit 2015“, erklärt Binder. Die Fonds seien von der Europäischen Union eingeführt worden, um die Realwirtschaft zu fördern. Konkret fließen die Gelder der Fonds also in Unternehmen und Projekte, die für die Gesellschaft wichtig sind. Dazu zählen Straßen, Brücken, Energienetze, Windparks oder nicht börsennotierte Firmen.

Die finanziellen Hürden von ELTIFs

Das Problem: Der erste regulatorische Rahmen für ELTIFs umfasste einige Hürden. „Es war zum Scheitern verurteilt“, meint Binder. Es gab ein Mindestinvestitionsvolumen von 10.000 Euro. Zudem mussten Anleger ein Portfoliovermögen von 100.000 Euro nachweisen. Beides war für viele Anleger ein K.-o.-Kriterium. „Seit 2015 schafften es weniger als 100 ELTIFs auf den Markt“, so Binder.

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ELTIFs öffnen sich für Privatanleger

Der neue regulatorische Rahmen soll das nun ändern. „Das Wesentlichen ist, dass sowohl die Mindestinvestitionssumme als auch das Mindestportfoliovermögen wegfallen“, meint Binder. Asset Manager könnten jetzt also einen ELTIF auflegen und Privatanleger ab einem Euro investieren lassen. Das würde so zwar höchstwahrscheinlich kein Anbieter umsetzen, wäre aber rein regulatorisch möglich.

Zudem können Asset Manager inzwischen auch vor Ende der Fondslaufzeit die Anteile zurücknehmen. Das heißt, Anleger müssen sich nicht – wie früher – für die gesamte Laufzeit festlegen, sondern können je nach Anbieter auch quartalsweise oder jährlich ihre Anteile veräußern. „Es bleiben aber Fonds für langfristig orientierte Anleger“, so Binder. Im Schnitt sei das Geld meist um die sieben Jahre gebunden.

So teuer sind ELTIFs

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