Justiz-Krimi um Windhorst-Dessous: La Perla vor dem Ausverkauf


Lars Windhorst (rechts) stieg 2018 bei der Luxus-Dessousmarke La Perla ein – in Italien protestierten zuletzt die Angestellten des Labels. Sie fürchten um ihre Jobs.

Lars Windhorst (rechts) stieg 2018 bei der Luxus-Dessousmarke La Perla ein – in Italien protestierten zuletzt die Angestellten des Labels. Sie fürchten um ihre Jobs.
picture alliance / Sipa USA | Global Media Group / Captital Pictures | Rick Gold / SZ Photo | Friedrich Bungert / Keith Mayhew/SOPA Images/LightRocket via Getty Images/Grafik: BI/Dominik Schmitt

Der umstrittene Finanzinvestor Lars Windhorst schmückte sein Portfolio mit der italienischen Luxus-Dessous-Marke La Perla.

Aufgrund von Steuerschulden in Millionenhöhe ordnete der High Court in London die Zwangsliquidation der Muttergesellschaft von La Perla an. Auch in Italien geriet das Unternehmen in Schieflage.

Recherchen von Business Insider zeigen, wie sich ein italienisches Gericht mit den englischen Liquidatoren anlegt. Ein Richter aus Bologna ließ unter anderem die Markenrechte der Firma beschlagnahmen.

La Perla ist eine Ikone italienischer Mode. Die Korsettmacherin Ada Masotti schuf vor 70 Jahren eine Luxus-Marke, die heute zum Firmenreich des schillernden Finanzinvestor Lars Windhorst gehört. Superstars wie Madonna, Beyonce oder Victoria Beckham verliehen den Edel-Dessous aus Bologna reichlich Glanz. Ein von Hand bestickter BH aus der aktuellen Kollektion kostet schnell 450 Euro. Trotzdem kämpft das Label seit Jahren mit finanziellen Problemen, die Belegschaft schrumpfte zusammen, der Umsatz hat sich halbiert. Jetzt droht La Perla endgültig der Ausverkauf.

Das wäre der nächste Rückschlag für Windhorst, das einstige „Wunderkind der deutschen Wirtschaft“. Der Finanzjongleur schmückte das Portfolio seiner Investmentfirma Tennor in den vergangenen Jahren mit Namen wie La Perla und Hertha BSC. Nach seinem glücklosen Ausflug in den Fußball könnte Windhorst jetzt auch in der Glitzerwelt der Mode scheitern. Dabei stellte Tennor den Italienern bei dem prestigeträchtigen Investment eine Kreditlinie von 450 Millionen Euro bereit, wie Geschäftsunterlagen zeigen.

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