RBB muss Ex-Chef 8900 Euro Ruhegeld pro Monat zahlen


Christoph Augenstein, war bis zu seiner Kündigung Produktions- und Betriebsdirektor des RBB.

Christoph Augenstein, war bis zu seiner Kündigung Produktions- und Betriebsdirektor des RBB.
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Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) muss seinem gefeuerten Produktions- und Betriebsdirektor Christoph Augenstein rund 750.000 Euro Ruhegeld zahlen.

So lautet das Urteil des Arbeitsgerichts Berlin, vor dem Augenstein gegen seine außerordentliche Kündigung geklagt hatte, berichtet „Bild“.

Die RBB-Intendantin Katrin Vernau hatte im Februar 2023 mit Augenstein und dem Ex-Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter die letzten beiden verbliebenen Mitglieder der Geschäftsleitung aus der Zeit von Ex-Intendantin Patricia Schlesinger außerordentlich gekündigt.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) muss seinem gefeuerten Produktions- und Betriebsdirektor Christoph Augenstein rund 750.000 Euro Ruhegeld zahlen. So lautet das Urteil des Arbeitsgerichts Berlin, vor dem Augenstein gegen seine außerordentliche Kündigung geklagt hatte, berichtet „Bild“.

Demnach sei der Vertrag des Ex-Produktionsdirektors Christoph Augenstein nicht sittenwidrig, seine fristlose Kündigung daher rechtswidrig. Für den Sender heißt das konkret, dass er ihm bis zur Rente 2030 monatlich 8900 Euro Ruhegeld zahlen muss. Hinzukommen die Gehaltsnachzahlungen von der Kündigung im Februar bis zum regulären Vertragsende im August, die rund 100.000 Euro ausmachen.

Zeitgleich wies das Gericht Schadensersatzforderungen in Höhe von 455.000 Euro und Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro von Augenstein zurück. (Az.: 60 Ca 1631/23).

Grund für die Kündigung soll unter anderem eine Zulage für ARD-Vorsitz gewesen sein

Zum Hintergrund: Die RBB-Intendantin Katrin Vernau hatte im Februar 2023 mit Augenstein und dem Ex-Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter die letzten beiden verbliebenen Mitglieder der Geschäftsleitung aus der Zeit von Ex-Intendantin Patricia Schlesinger außerordentlich gekündigt. Der RBB hatte die Kündigung unter anderem damit begründet, dass beide eine Sonderzahlung von 1700 Euro pro Monat für den ARD-Vorsitz in Anspruch genommen hatten. Solche Zulagen sollen weder beim WDR, der zuletzt den ARD-Vorsitz hatte, noch beim SWR, der aktuell den ARD-Vorsitz ausführt, existieren, berichtet „RBB24“.

Augenstein soll zudem beim damals geplanten Digitalen Medienhaus des RBB pflichtwidrig unterlassen haben, über Kostensteigerungen aufzuklären und ließ sich angeblich nicht dienstlich veranlasste Reisekosten gewähren, berichtet die „FAZ“.

Ob der RBB gegen das Urteil Berufung einlegt, wird der Sender prüfen, sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt.

Dieser Artikel erschien am 9. Januar 2024 und wurde am 10. Januar aktualisiert.

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