Zinsen: So viel Geld müsst ihr für 100 Euro aktuell einzahlen


Bei den Zinsen lohnt es sich, zu rechnen: was bringt wirklich wie viel?

Bei den Zinsen lohnt es sich, zu rechnen: was bringt wirklich wie viel?
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Schon länger wird spekuliert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in den nächsten Monaten wieder senken könnte. Einige Banken haben auf derartige Prognosen bereits reagiert – indem sie ihre Zinsen angepasst haben.

Eine Auswertung von Verivox für Business Insider zeigt, welche Banken aktuell die besten Zinsen bieten. Bei der Akbank erhalten Kunden für ein einjähriges Festgeld 3,9 Prozent und für ein Tagesgeldkonto 3,05 Prozent Zinsen.

Um auf 100 Euro Zinsen pro Jahr zu kommen, müssen Sparer 2564 Euro in Festgeld oder 3278,69 Euro in Tagesgeld anlegen. Da der Zinssatz beim Tagesgeld variabel ist, könnte er sich durch eine Absenkung des Leitzinses allerdings verringern.

2023 war ein gutes Jahr – zumindest für Sparer. Seit der Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) Mitte 2022 haben viele Banken den Zinssatz immer weiter angehoben. Doch diese Entwicklung könnte bald an ihr Ende kommen. Denn: EZB-Chefin Christine Lagarde hält eine Zinssenkung im Sommer für wahrscheinlich, wie sie der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ diese Woche mitteilte. Schon Ende des vergangenen Jahre hatte es Spekulationen über eine baldige Senkung des Leitzinses gegeben. Einige Banken haben darauf bereits reagiert – und ihre Zinsen angepasst.

Welche Banken bieten in Deutschland derzeit die höchsten Zinsen? Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox für Business Insider zeigt, wo es die besten Konditionen für Fest- und Tagesgeldkonten gibt.

Festgeld vs. Tagesgeld

Für die Anlage von Erspartem bietet sich ein Festgeldkonto aktuell aus mehreren Gründen an. Anders als bei einem Tagesgeldkonto wird euer Geld hier für einen festgelegten Zeitraum und zu einem garantierten Zinssatz angelegt. Sollte die EZB den Leitzins in den nächsten Monaten also tatsächlich senken, ändert sich an eurer Geldanlage zunächst nichts. Das heißt aber auch: Ist euer Geld erst einmal auf einem Festgeldkonto, könnt ihr bis Ende der Laufzeit in der Regel nicht mehr darauf zugreifen.

Zudem versprechen Festgeldkonten – sowohl im In- als auch im Ausland – zurzeit höhere Zinsen als über das Tagesgeld. So erhaltet ihr bei der in Frankfurt ansässigen Akbank für ein einjähriges Festgeld momentan 3,9 Prozent Zinsen. Der Höchstsatz beim Tagesgeld bietet die Merkur Privatbank. Um die 3,5 Prozent einstreichen zu können, müsst ihr allerdings eine Mindesteinlage von 10.000 Euro einzahlen.

Kontomodell Nutzungsmöglichkeit
Girokonto Konto für den täglichen Zahlungsverkehr, über das Überweisungen laufen und von dem Bargeld abgehoben wird.
Tagesgeldkonto Konto, auf dem Geld kurzfristig angelegt wird. Überweisungen sind nicht möglich, aber das Geld kann über das Girokonto transferiert werden. Der Zinssatz ist variabel.
Festgeldkonto Konto, auf dem Geld für einen bestimmten Zeitraum und zu einem festgelegten Zinssatz angelegt wird.
Kontoarten und ihre Funktionen.

3,9 Prozent auf Festgeld – so viel müsst ihr einzahlen

Wer jetzt ein Festgeldkonto eröffnet, kann sich sicher sein, dass die Zinsen bis Ende der Laufzeit auf dem gleichen Niveau bleiben. Aber wie viel müsst ihr einzahlen, um am Ende 100, 200 oder sogar 500 an Zinsen zu verdienen?

Das wollen wir einmal in einer Beispielrechnung zeigen.

Wie bereits erwähnt, bietet die Akbank für ein Jahr 3,9 Prozent Zinsen. Um bei 3,9 Prozent Zinsen auf genau 100 Euro Zinsen pro Jahr zu kommen, müsst ihr ein Anfangskapital von 2564 Euro einzahlen. Nach Ablauf des Jahres habt ihr dann 2664 Euro auf dem Konto. Die Akbank verlangt für das Festgeld eine Mindesteinlage in Höhe von 2000 Euro.

Zinsen Anfangskapital
100 Euro 2564 Euro
200 Euro 5128,20 Euro
500 Euro 12.820,50 Euro
Einjähriges Festgeld mit einem Zinssatz von 3,9 Prozent.

Einen noch höheren Zinssatz erhaltet ihr, wenn ihr euer Geld für längere Zeit investiert. Für eine Laufzeit von zwei Jahren gilt bei der Oyak Anker Bank aktuell ein Zinssatz von 4,1 Prozent. Eine andere Möglichkeit, um höhere Zinsen zu kassieren: Ein Investment im Ausland. Mit 4,41 Prozent hat die griechische Aegean Baltic Bank zurzeit europaweit den höchsten Zinssatz.

Mit knapp 3280 Euro auf dem Tagesgeldkonto, bekommt ihr 100 Euro Zinsen

Die Zinsen auf das Tagesgeld fallen dagegen etwas bescheidener aus. Beim deutschlandweiten Zins-Vergleich schneidet die Merkur Privatbank am besten ab. Hier erhaltet ihr 3,5 Prozent auf euer Tagesgeld. Das klingt zwar gut, ist aber an eine Bedingung geknüpft: Um ein Tagesgeldkonto eröffnen zu können, verlangt die Bank eine Mindesteinlage von 10.000 Euro. Wenn ihr genau diesen Betrag einzahlt, sind am Ende des Jahres zusätzliche 350 Euro Zinsen auf eurem Konto. Vorausgesetzt natürlich, der Zinssatz bleibt gleich.

Doch nicht jeder kann 10.000 Euro für die Mindesteinlage einfach so locker machen. Außerdem reicht für jährliche Zinsen in Höhe von 100 oder 200 Euro ohnehin ein geringes Anfangskapital aus. Mit 3,05 Prozent bietet die Akbank zwar einen niedrigeren Zinssatz, fordert dafür aber überhaupt keine Mindesteinlage. Um hier nach einem Jahr 100 Euro Zinsen einzustreichen, müsst ihr 3278,69 Euro einzahlen.

Zinsen Anfangskapital
100 Euro 3278,69 Euro
200 Euro 6557,38 Euro
500 Euro 16.393,44 Euro
Tagesgeld mit einem Zinssatz von 3,05 Prozent für ein Jahr.

Ein Blick in das europäische Ausland zeigt: Der Online-Broker Trade Republic ist laut Verivox-Vergleich aktuell der einzige Anbieter, der für Tagesgeld 4,0 Prozent Zinsen anbietet. Sie gelten für das Verrechnungskonto zum Wertpapierdepot bei Trade Republic, sind also kein klassisches Tagesgeld. „Aber weil das Geld hier ebenfalls täglich verfügbar ist und das zugehörige Depot kostenfrei geführt wird, berücksichtigen wir das Angebot in unserer Tagesgeldauswertung“, so Verivox.

Disclaimer: Aktien und andere Investments sind grundsätzlich mit Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten. Sie ersetzen auch nicht eine fachliche Beratung.

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